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Zivilschutzorganisation Muri-Boswil

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8. - 10. September 2016

Übung „Aqua alta“: Wenn in Beinwil plötzlich der Hang abrutscht Oberleutnant

 

Peter Fähndrich simuliert einen Katastropheneinsatz. Ist die ZSO Muri-Boswil bereit?

Was passiert, wenn plötzlich viele Menschen obdachlos sind, weil sie ihre Häuser verlassen mussten? Dann muss es schnell gehen. Um im Ernstfall bereit zu sein, braucht es Fachkräfte, die wissen, was zu tun ist. Wie werden die Menschen betreut, wo finden sie ein temporäres Zuhause und dies möglichst schnell und reibungslos? Eine Ernstfallübung am 9. September 2016 simulierte diese Notsituation.

Oberleutnant Peter Fähndrich hat sich für den WK der Betreuer und der Führungsunterstützung der ZSO Muri-Boswil eine Hochwassersituation mit anhaltenden Regenfällen ausgedacht. Das Kader wurde umgehend per SMS informiert. So konnte gleichzeitig die Notfallalarmierung getestet werden. 

Als Einsatzleiter Martin Ulmer vor Ort eintrifft, erhält er diverse Meldungen, deren Priorität er in kurzer Zeit festlegen muss, um die Gruppenführer mit der Mannschaft loszuschicken. Die Situation ist heikel, Feuerwehr, Polizei und Technische Werke benötigen dringend Hilfe. Zudem droht in Beinwil ein Hangrutsch, der ein ganzes Quartier gefährdet. Die Evakuierung des Gebietes wird eingeleitet. 

Ulmer entscheidet schnell. Weil der Pegel der Reuss steigt, organisiert er eine Dammwache. Eine kleine Einheit macht sich auf den Weg, um zwischen Merenschwand und Rottenschwil nach Schäden am Hochwasserschutzdamm zu suchen. Damit im Ernstfall sofort Schutzmassnahmen getroffen werden können. Gleichzeitig verschiebt ein weiterer Teil der Mannschaft nach Beinwil, um die Hilfskräfte vor Ort zu entlasten. Weil Ulmer davon ausgeht, dass viele Menschen eine Unterkunft benötigen, organisiert er die Inbetriebnahme der öffentlichen Zivilschutzunterkünfte in Muri, Boswil und Bünzen. 

Was die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nicht weiss, Peter Fähndrich aber im Regieplan vorgesehen hat: Die Unterkünfte müssen in zwei Stunden bezugsbereit sein. Eine Stresssituation für die Betreuer. Fähndrich sagt: „Mir geht es darum, dass die Betreuer in einer echten Krisensituation nicht erst die Bedienungsanleitung zum Aufbau der Betten und Tische lesen müssen, oder überfordert sind mit der Organisation von Decken oder Verpflegung.“ Dieses Wissen muss geschult werden. Darum geht es. 

Im Kommandoposten in Boswil wird es schnell hektisch. Zahlreiche Meldungen von vor Ort treffen ein. Die Führungsunterstützung muss den Überblick behalten. Wer meldet was? Was ist wichtig? Was nicht? Auch hier hat Fähndrich zahlreiche Fallen eingeplant. „Wenn Personen im Erdrutschgebiet vermisst werden und die Meldung über eine entlaufene Katze eingeht, erwartet ich, dass meine Leute die richtigen Prioritäten setzen“, sagt Fähndrich. Erfreut stellt er fest, dass dies auch passiert. 

Ziel einer Übung ist es, besser zu werden. „Mich stört es nicht, wenn kleinere Fehler passieren“, sagt Fähndrich. „Wichtig ist, dass reagiert wird und die Mannschaft lernt.“ Einsatzleiter Martin Ulmer betont die Wichtigkeit einer solchen Übung. „Wir hatten in diesem Jahr bereits drei Alarmierungen bei Hochwasserrisiko. Das Kader wurde zur Prüfung der Lage mobilisiert. Zu einem Ernsteinsatz ist es zum Glück nicht gekommen, jedoch zeigt dies, dass die Gefahrenlage in der Region effektiv besteht.“ 

Die Mannschaft nimmt den Auftrag ernst. Schnell sind die Betreuungsstellen eingerichtet, die Kommunikation klappt. In Zusammenarbeit mit den an diesem Tag nur fiktiv anwesenden Pionieren beginnt die Bergung von Verschütteten, werden Strassen vom Wasser befreit und gemeinsam mit der Führungsunterstützung Umleitungen für den Personenverkehr installiert. „Mir ist wichtig, dass meine Kaderleute selbstständig Entscheidungen treffen. Sie sind bei dieser Übung am stärksten gefordert weil sich ihre Aufgaben zum Ernstfall kaum unterscheiden“, sagt Fähndrich und stellt zugleich fest, dass dies zum Grossteil so passierte, wie er es sich im Regieplan vorgestellt hatte. 

Wir haben die Mannschaft und das Kader in dieser Übung gefordert. Mannschaft hat ihre Aufgaben sauber erledigt. Das Kader hat in kurzer Zeit erkannt um was es geht und die gestellten Aufgaben erledigt. Mit jeder Übung wird der Führungsstil auch besser.

Zivilschutzkommandant/
Zivilschutzstelle


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I Letzte Änderungen: 10.03.2017 I